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bring[t] es auf den Punkt.

Die wunderbare Geburt unseres Sohnes Jason Fabio

Verfasst von Brigitte am April 25, 2009

Jason ist zwar schon bald 13 Monate alt, aber bis jetzt hab ich noch nie meinen Geburtsbericht veröffentlicht. Dabei war es doch so ein schönes, teilweise sogar lustiges, Erlebnis, an dem alle teilhaben dürfen.

Also.. losgehts

Die wunderbare Geburt unseres Sohnes Jason Fabio.
Es war eine wunderschöne, problemlose Schwangerschaft. Mein Wunsch war es in der Wanne zu Enbinden, aber ich versteifte mich nie darauf. Ich war die ganz Schwangerschaft gegenüber der Geburtsform offen. Denn ich wusste, dass mich unser Sohn zu einer sicheren Geburt leitet. Und so war es dann auch.

Unser EGT war am 20.03.08. An diesem Tag waren wir bei Bernhard, mein Gyn, im KH. Zur Kontrolle. Denn sonst gabs keinen Grund. Keine Wehen, Junior war noch nicht mal runtergerutscht… nix.

Nächste Kontrolle vereinbarten wir am 23.3. Was war? Wieder nix. Montag auf Dienstag Nacht, konnte ich nicht schlafen. Mir war komisch, hatte andauernd Bauchweh. So ein ziehen. Wolfgang schrieb die Zeiten mit. Es waren Bauchschmerzen so im 10 Minuten Takt. Dann warens wieder 15 Mins. Dann wieder 7 Mins. Dann wieder 20. Irgendwann beschloss ich ins Bett zu gehen. Um 5 Uhr früh weckte ich Wolfgang und sagte zu ihm das ich lieber ins KH fahren mag, denn ich weiß ned so recht. Bissl liesen wir uns noch Zeit, und um kurz nach 6 fuhren wir dann Richtung Wolfsberg. Wir waren bissl nervös… mit Geb. Datum 25.3 hätten wir nicht gerechnet. Bis wir im KH waren, waren die Wehen auch wieder weg. Trotzdem wurde ich ans CTG angehängt, bis Bernhard im KH angelangt war. Denn die Hebamme wollte mich nicht unbedingt gehen lassen. Bernhard untersuchte mich, und meinte dann dass wir ruhig Heimfahren können, Junior liegt nachwievor bequem drinnen und nachdem ich keine Wehen mehr hatte würde sich da sicher auch nicht schnell was ändern. Allerdings vereinbarten wir dass wir am Samstag wieder kommen sollen, und dass er vorschlagen würde dass wir, sollte sich nix tun, versuchen Einzuleiten, denn Bernhard hatte das ganze WE Dienst. OK.. also fuhren wir (leicht enttäuscht) wieder Heim.

Und dann war er da… Samstag. Um 8 Uhr waren wir im KH. Wurden sofort in den Kreissaal gebracht, CTG geschrieben. Dann kam Bernhard und gab den „Startschuss“ fürs Einleiten. Die Hebamme gab mir das Zäpfchen. Und nun hies es… bitte warten.. bitte warten…..
Wir spazierten umher… Geburtenstation, 4. Stock .. Treppen runter.. im KH umher, ins Cafe, 4. Stock, eh klar, über die Treppen. Dann wieder die Treppen runter, ums KH herum, zum Kreissaal, wieder in den 4. Stock, über die Treppen, eh klar. Wolfgang immer an meiner Seite. Auch auf den Treppen *g*. Dann wieder ein Stockwerk runter ins Zimmer, wieder Treppen hoch. Ich spürte was. Treppen steigen wurde immer mühsamer. Bergauf auch. Ich schnaufte. Dann ab zum CTG… NIX!!! Keine Wehen zu sehen. Zumindest keine, die eine baldige Geburt andeuten würden. MuMu zu! Also, weiterspazieren! Spiel wie vorher, Treppen hoch, Treppen runter, Krankenhaus rundherum, kreuz und quer. Dazu sei angemerkt, das wir dann doch mehr Treppen liefen, da rundherum und durch ned so effektiv war, da das KH ziemlich klein ist *g*. Zwischendurch machten wir mit dem Anästhesisten das Aufklärungsgespräch bezüglich PDA und erledigten den Papierkram. Dann Mittagessen und nach dem Mittagessen wieder CTG. Freu.. ich spür was! Da tut sich was! Was sagt das CTG? NIX! Nix produktives… viel zu wenig für eine Geburt. OK, bis 15 Uhr noch weiterspazieren gehen, wenn sich nix tut, noch ein Zäpfchen. Ich verkürz das ganze… ich bekam noch ein Zäpfchen, denn alles was ich spürte, war nix was etwas vorwärtsbrachte. Also weiter.. dann saßen wir auf der Geburten und guckten Qualifying, denn es war F1 GP. Patienten aus der Gyn grüßten uns schon sehr freundlich. Und je später es wurde, desto mehr „leideten“ sie mit, das sich nix tat. Irgendwie süß, aber irgendwie hat es nach ner Zeit schon genervt. Wolfgang lag so halb auf meinen Oberschenkeln und Bauch und sprach JF gut zu. Dann döste er ein wenig. Dann gingen wir wieder spazieren. Irgendwie fühlte ich dass sich dann doch mehr tat. Es zog, und manchmal musste ich ziemlich schnaufen. Wieder rauf CTG. Ja, da tut sich was. Aber immer noch nicht genug. MuMu nach wie vor zu.

18 Uhr! Hebammen wechsel. Wir durften vor dem Kreissaal warten bis dieser vollzogen war. Wir beschäftigen uns mit reden, Kinderspielecke begutachten und schlussendlich mit Fussball spielen, da wir in der Spielecke einen kleinen Ball fanden *bg*. Wir hatten unseren Spaß und kuderten und lachten, bis Bernhard ums Eck kam *pfeif* Auch er lachte und freute sich das es uns so gut ging, und begleitete uns wieder in den Kreissaal.
Die Nachthebamme bot uns an in die Wanne zu gehen, denn dann werden die Wehen stärker. Und dann bot sie uns an Akkupunktur zu machen. Und, und, und… Sie lies die Wanne ein und ich freute mich schon. Mittlerweile war es kurz vor 20 Uhr. Ich war schon müde. Soviel wie heute bin ich schon ewig nimmer herumgelaufen. Mit doch schon herzeigbaren Wehen durfte ich die Wanne besteigen. Erholung! *juhu* So hie und da zog was. Mein Schatz saß hinter mir. Wir unterhielten uns. Blödelten, wie immer. Bernhard kam immer wiedermal uns schaute nach uns. Die Hebamme war die ganze Zeit bei uns, denn, im Kreissaal war schon den ganzen Tag nix zu tun, außer uns. Wir waren die einzige Geburt die anstand. Alle waren nur für uns da! So nach ner Stunde fragte ich die Hebamme ob es normal sei das ich in der Wanne nix spür? NIX? Wie nix? Ja gar nix. Nein, das war nicht normal, also raus aus der Wanne und CTG. Weg! Alles weg! Keine Wehe da! Ja ab und an mal so eine Micky Maus Wehe. Aber Geburt? Nee, da tut sich nix. Bernhard wurde gerufen. Der stoppte alles. Das würde nix bringen. Also bekam ich eine Beruhigungstablette damit ich schlafen konnte. Bernhard bot Wolfgang an im Ärztezimmer zu schlafen. Aber die Schwester meinte dass das nicht notwendig sei, denn ich wäre alleine im Zimmer (2 Bett) und sie haben für ihn schon das 2. Bett hergerichtet. Suuuper, mein Schatz konnte die ganze Nacht bei mir sein. *freu* Also gingen wir aufs Zimmer und legten uns schlafen.
In der Nacht zog es immer wieder mal. Mal stärker, mal schwächer. Ich bekam das nur so im Halbschlaf mit. Wolfgang erzählte mir am nächsten Morgen das es doch ziemlich oft war. Sonntag, 30.03.08, 7 Uhr Tagwache, Frühstück und ab in den Kreissaal. Jöö .. die nächste Hebamme war da. Schau ma ob die uns entbinden darf, oder ob wir noch eine 4. brauchen *g*. CTG wurde geschrieben. Paar Wehen waren da. Aber wie immer, nix Produktives. MuMu nachwievor zu. Bernhard schlug vor das wir es noch einmal probieren mit Einleiten. Also, alles wie gestern… Spazierengehen. Rauf, runter, durch und rundherum. CTG schreiben.. nix, weiter spazieren… Ich lief die Treppen so schnell hoch wie schon lang nimma. Schnaufte nicht mal mehr. Das konnte doch ned sein. Schön langsam verzweifelte ich, das sich nix tat. Wolfgang tröstete mich immer wieder. Aber er war sichtlich auch schon gezeichnet. Um 13 Uhr wieder rauf. CTG. NIX! Alles was schon da war, war wieder weg. Alles zu!

Bernhard schaute uns an und machte uns folgenden Vorschlag:
Variante 1: Wir packen alles zusammen, fahren wieder heim, Dienstag wieder KH, wenn sich nix tut, alles von vorne.
Variante 2: Kaiserschnitt, was ihm, auf Grund meiner OP persönlich lieber wäre, denn er möchte mich nicht zu lange zu starken Wehen aussetzten. Und da wäre dann die Gefahr eines Not KS bei Variante 1 schon da!

*bumm* ich stand da! Fing zu heulen an. Wusste nicht was ich tun sollte. Was wir tun sollten. Ich sah Bernhard an und sagte zu ihm: Derf i ane rauchen gehen? Der schaut mich *schock* an, und meint: Ist das dein Ernst? Ich: Nee, aber mir wär grad ziemlich heftig danach! Alle lachten. Wir baten um kurze Bedenkzeit. Ich heulte zu dem Moment wie ein Schlosshund. Weil ich nicht wusste was richtig war. Wollte Jason noch nicht kommen? War er noch nicht so weit? Oder wollte er dass ich KS machte, weil er etwas wusste, was weder wir noch der Doc ahnen konnten, wegen der OP? Bernhard war etwas verwirrt weil ich so weinte. Aber wir beruhigten ihn, das alles in Ordnung war, und ich das einfach raus lassen muss. Ich musste raus an die frische Luft. Und wir taten das was wir schon ewig nicht mehr gemacht hatten. Wir gingen eine Runde ums KH spazieren *bg* Wir riefen die Hexenoma an und hielten Familienrat ab. Ziemlich rasch entschlossen wir uns dann für den KS.

Mittlerweile war Bernhards Assistentsärzten auch da. Bernhard bat uns in den Untersuchungsraum. Er machte ein Ultraschall: Junior lag in meinem Bauch, bequem, als ob in das alles nix anging und schlürfte Fruchtwasser! Die Ärztin schaute total verzückt und meinte: Mahhh ist das süß, schauts amal, nimmt Fruchtwasser in Mund und spuckt wieder aus“! Und genau da wussten wir dass der KS die richtige Entscheidung ist. JF guckte das erste Mal mit vollem Gesicht in die Kamera! Für uns war es ein Zeichen. Das Zeichen das wir richtig entschieden haben. Also gut: 14.30 Uhr Kaiserschnitt.
Es war ca. 13 Uhr. ES wurde nochmal CTG geschrieben. Die Papiere von PDA auf Kreuzstich geändert. Das Aufklärungsgespräch für den KS wurde vorgenommen. Dann Umziehen für den OP. Dann fragte Bernhard Wolfgang ob der dabei sein möchte. Na klar! War seine Antwort. Also wurde er auch aufgeklärt. Vor allem der Satz war geil von Bernhard: Wolfgang, i sag dir gleich, wenn du umfällst… ich hab keine Zeit für dich! Dann wurde der KS wegen eines Notfalls in der Chirurgie auf 15 Uhr verschoben. Bernhard setzte mir den Butterfly. Ich sagte zu Wolfgang: Schad, nun weiß ich nicht mal wie es ist wenn die Blase platzt! Tjo.. Um kurz nach 14 Uhr kam die Hebamme und setze mir den Katheder. Kurz darauf meinte ich zur Hebamme: Tschuldigung, aber sie haben mir den Katheder schlecht gesetzt! Da läuft ja alles daneben. Die Hebamme schaute… im Beutel war Urin, das kann ned sein. MIR WAR DIE BLASE GEPLATZT! 20 Mins. vorm Kaiserschnitt.
Ich wurde in den OP gebracht, und Bernhard nahm Wolfgang mit ins Ärztezimmer damit er sich auch umzieht. Nun kams: Der Kreuzstich! Ich hatte noch nie im meinem Leben so ne scheiss Angst. Sie setzten mich hin. Ich soll runden Rücken machen. Ich spür den Einstich. Dann soll die Kanüle rein. AUUUU!! Komisch. Nochmal Betäubung. Nochmal Kanüle. AUUUU!!! Ich fing immer mehr zu zittern an. Ich schepperte mit meinen Knien so dermaßen, das die Schwester die mich liebevoll an sich drückte, sicherlich blaue Flecken hatte. Die Anästhesistin war ratlos. Nochmals Spritze.. und dann klappte es. Aber .. es war schrecklich. Sie stellte dann fest dass meine Wirbel so knapp beinander sind, dass sie meinen Nerv nicht traf. Egal.. es war vorbei. Die Betäubung wirkte. Man legte mich aufs Bett. Befestigte mich. Dann war Wolfgang auch schon da. Gott sei Dank. Ich wurde verkabelt und an die Überwachung angeschlossen. So ein Sauerstoff Dingsbums bekam ich zur Nase und dann sollte es losgehen.
Bernhard frage mich ob ich noch etwas spüre. Ja, ich spüre was. *schock* Ich hör die Anästhesistin sagen „gibt’s ned“. Bernhard fragt mich nochmal: Du spürst was? Ich: ja.. ich spür da was. Plötzlich, eine vertraute Stimme mit Wiener Dialekt hinter mir: „Ned obst wos gschpierst, obs weh tuat wü a wissen! „Na, weh tuats ned“ „Na sichst“ Dann kam von Bernhard: „ Ok, dann geht’s los“

Ich „spürte“ jeden Schnitt, wie er sich Schicht für Schicht durcharbeitete. Wie er die Blase löste. Es war ein eigenartiges Gefühl. Und dann spürte ich auf einmal wie herumgedrückt wurde. Ich wurde immer nervöser. Sah Wolfgang an und sagte: Jetzt holen sie ihn! Keine 10 Sek. später, 15 Uhr 26 Minuten, kam der erste Schrei von Jason! Mir schossen die Tränen in die Augen. Bernhard hörte ich sagen: „Na der hat sicher 4kg.“ Ich sah Wolfgang an. Und da stand sie schon die Hebamme mit UNSEREM SOHN in der Hand. Blutverschmiert war er. Sie wischte ihm einmal übers Gesicht, damit das Blut bissl weg war. Wolfgang und ich hatten tränenerfüllte Augen. Dann sagte die Hebamme dass sie gleich wieder kommt. Ich heulte. 20 Jahre Kinderwunsch .. endlich erfüllt. Wolfgang küsste mich auf die Stirn. Er war so stolz. Keine 10 Mins später stand die Hebamme mit Jason wieder da und legte ihn Wolfgang auf die Arme. Es war das erste mal für Wolfgang das er ein Baby im Arm hält. Sie sagte uns das er 52cm groß ist und 3730g schwer. Mir machte der Wiener Typ, der mich überwachte, die linke Hand los damit ich Jason streicheln konnte. Wolfgang rückte mit seinem Sessel so zu mir, dass ich mit Jason Wange an Wange lag. Bis Bernhard fertig war. Also ca. ne halbe Std., denn Bernhard checkte gleich innen alles. Ich bekam sozusagen ein kleines Service auch noch.

Wolfgang durfte dann schon vorgehen in den Kreissaal und sich mit Jason alleine bekannt machen. Ich kam 10 Minuten später nach. Wir waren so stolze Eltern. Soooooooooo stolz! Uns kleiner Jason ist da.
Kleines Detail am Rande: Bernhard hat Jason, auf Grund dessen, das mir die Blase ja noch geplatzt ist, beim öffnen der Geb. Mutter sein Ohr angeritzt. Das sah Anfangs bissl heavy aus, da er genau eine Ader erwischte und das ziemlich heftig blutete. Heute sind wir stolz auf sein Buchi Ohr.. abgesehen davon sieht man heute gar nix mehr davon.

Ich freu mich schon, wenn ich unser 2. Bauchzwergi unterm Herzen trage, und nochmal so etwas so wunderbares erleben darf.

Lg. Eure Brigitte


Eine Antwort zu “Die wunderbare Geburt unseres Sohnes Jason Fabio”

  1. Magdarine sagte

    Hallo,

    habe den Bericht jetzt schon länger her gelesen, aber nun kommentiere ich auch: tolle Geburt, v.a. wie ihr die Entscheidungen einfach „so intuitiv“ (besseres Wort fällt mir grad nicht ein…) getroffen habt.

    Alles Liebe,

    Magda

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